Der Sealand Brief

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Der Sealand Brief vom Februar 2003

Wir drucken hier einen unerhört offenen Brief an den Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein, ab.

Weitere Ausführungen zum Thema, aus denen unsere eigene sachgemäße Haltung in der sog. Judenfrage deutlich wird, werden folgen.


Deutscher «Stolz»

Dr. J.S.
80803 München,
M. Str

Botschaft des Staates Israel
Herrn Botschafter Shimon Stein
Auguste-Viktoria-Straße 74-75
14193 BERLIN

20. April 2001

Ihr Interview in der Leipziger Volkszeitung zur Debatte «Stolz auf Deutschland»

Sehr geehrter Herr Botschafter,

in der Tageszeitung DIE WELT vom 21.3.2001 konnte man lesen, daß Sie der Leipziger Volkszeitung ein Interview gaben, in dem Sie sinngemäß ausführten, daß es für Sie selbstverständlich sei, stolz darauf zu sein, sich einen Israeli zu nennen. Im gleichen Atemzug meldeten Sie jedoch Zweifel an, ob auch wir Deutsche in gleicher Weise unbefangen stolz auf unser Land sein dürfen und verweisen darauf, daß man die Jahre zwischen 1933 und 1945 nicht aus der Geschichte streichen könne. Ich erachte derartige Äußerungen als einen weiteren vordergründigen Versuch, ohnehin stark deformiertes nationales Selbstwertgefühl zusätzlich zu beschädigen und verwahre mich auf das Entschiedenste gegen eine solche ganz und gar ungebührliche Bevormundung.

I.

Zum einen müssen wir uns als Deutsche von niemandem, mag er auch Jude und Botschafter sein, sagen oder gar vorschreiben lassen, wie wir in unserem eigenen Land zu denken haben und welchen Wertvorstellungen wir anhängen dürfen. Das ist allein die höchstpersönliche Sache jedes einzelnen - sogar in einem Staat, dessen umerzogenen Bürgern fortwährend absurde Betroffenheitsrituale vorgespielt und abnorme Selbstbezichtigungsübungen abverlangt werden. Immerhin sind selbst in der Arena eines perfekt inszenierten massenpsychotischen Spektakulums die Gedanken (noch) frei! Zum ändern sind Sie Gast in unserem Lande und haben sorgsamst darauf zu achten, das Ihnen befristet gewährte Aufenthaltsrecht nicht zu mißbrauchen - eben das tun Sie aber, wenn Sie hier arrogant und belehrend in das Horn eines unerbetenen Moralapostels stoßen. Als Diplomat haben Sie sich auf die Ihnen gemäßen repräsentativen Aufgaben zu beschränken und sich in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen, in dem Sie akkreditiert sind.
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